19 Nov 2019

Unterstützung kreativer Sanitärlösungen

Von Expo Live und dem Expo Global Best Practice-Programm unterstützte Projekte liefern kreative Sanitärlösungen und Fortschritte im Hinblick auf Ziel 6 für nachhaltige Entwicklung.

Etwa 4,2 Milliarden Menschen leben laut Vereinten Nationen unter unzureichenden hygienischen Bedingungen. Und doch ist Hygiene eine kostengünstige Maßnahme, um Gesundheit, Lebensdauer, Lernerfolge, Geschlechtergleichheit und eine Reihe anderer sozialer Entwicklungsprobleme zu verbessern.

Der Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene – kollektiv „WASH“ – ist ein menschliches Grundrecht mit weitreichenden sozioökonomischen Folgen. Besonders wichtig ist er für Mädchen, die oft Übergriffen ausgesetzt sind sowie ein Leben in Dreck und Armut führen, wenn keine angemessenen Toiletten vorhanden sind. Oft bedeuten sie sogar den Unterschied zwischen vorzeitigem Schulabbruch und einer guten Ausbildung – mit weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen für das ganze Land.

Der Welttoilettentag der UN am 19. November soll die Bedeutung von Toiletten verdeutlichen – als Lebensretter, Schutz der Würde und Voraussetzung für ein besseres Leben.

Expo Live und das Expo 2020 Global Best Practice-Programm unterstützen eine Reihe von hervorragenden Ideen aus Indien, Jordanien, Libanon und Nepal, die sanitäre Verhältnisse verbessern, Bewusstsein schaffen und damit letzten Ende Leben retten – und das alles im Sinne von Ziel 6 für nachhaltige Entwicklung: die Versorgung aller Menschen mit sanitären Einrichtungen und Trinkwasser bis 2030.

“Die Ziele für nachhaltige Entwicklung sind ein dringender Handlungsaufruf an alle Länder in einer globalen, allumfassenden Partnerschaft. „Wir sind heute noch weit davon entfernt, Ziel 6 für sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen zu erreichen. Wir müssen unsere Bemühungen daher verdoppeln“, erklärt Olcay Ünver, Vizevorsitzender von UN-Wasser.

“Initiativen wie Expo Live und das Global Best Practice-Programm der Expo 2020 Dubai können reale Lösungen aufzeigen, die irgendwo existieren und Veränderungen an anderen Orten anregen können. Sanitäre Einrichtungen sind nicht nur wichtig, sondern sogar unverzichtbar.”

In Indien nimmt sich ayzh mit Unterstützung von Expo Live und des Global Best Practice-Programm der Expo der alarmierenden Tatsache an, dass laut UN eine Million Todesfälle jedes Jahr mit unsauberen Geburten zusammenhängen. Infektionen machen 26 Prozent der Todesfälle bei Neugeborenen und 11 Prozent der Sterbefälle bei Müttern aus. ayzh das das Janma Clean Birth Kit zum Preis von 3 US-Dollar entwickelt, einfache Werkzeuge in einer Tasche, um medizinisches Personal mit den wichtigsten Gegenständen, Fähigkeiten und dem nötigen Selbstvertrauen für eine saubere, sichere Geburt unabhängig von den Zuständen vor Ort auszustatten.

Ebenfalls in Indien hat der Expo Live-Fördermittelempfänger Saathi Eco Innovations ein technisches Verfahren zur Verarbeitung von Bananenstaudenfasern in 100 Prozent biologisch abbaubare und kompostierbare Damenbinden entwickelt, während im Nahen Osten zwei Expo Live-Fördermittelempfänger innovative sanitäre Lösungen für humanitäre Einsätze ausgearbeitet haben.

Die jordanische Erfindung Akyas ist ein Einmal-Toilettenbeutel, der sich recyceln lässt und menschliche Ausscheidungen in wertvollen Dünger verwandelt. CubeX ist eine Hauskläranlage für den privaten Gebrauch, die von dem libanesischen sozial engagierten Unternehmen Compost Baladi entwickelt wurde und erstmals in Flüchtlingslagern in der Bekaa-Ebene eingesetzt werden soll.

In Nepal ist WaterAid eine Partnerschaft mit dem Ministry of Health and Population eingegangen, die freiwillige Gemeindehelferinnen darin schult, unter Verwendung kreativer, einfacher Informations- und Demonstrationshilfen Hygieneschulungen für Mütter durchzuführen.

Expo Live, das globale Innovations- und Partnerprogramm der Expo 2020, hat 100 Millionen US-Dollar zur Unterstützung von Projekten mit kreativen Lösungen für dringende Herausforderungen bereitgestellt, die dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und/oder den Planeten zu erhalten. Das Global Best Practice-Programm rückt Projekte ins Rampenlicht, die echte Lösungen für die größten Herausforderungen der Welt liefern, welche sich anderenorts ausbauen lassen.